Warum habe ich eigentlich keine Selbstmordgedanken?

Als 23-Jährige, die seit Jahren
  • in einer massiven  Essstörung hängt,
  • jeden Tag weint,
  • an einem Ort lebt, den sie hasst,
  • ständig knapp bei Kasse ist,
  • eine Ausbildung macht, die ihr Krämpfe vom ständigen Augenverdrehen beschert
  • und vor kurzem eine Verlobung mit dem tollsten Mann der Welt platzen hat lassen, weil sie sich selbst zu sehr hasst, um jemand anders lieben zu können,
ist diese Frage wohl durchaus angebracht.
Also – warum habe ich keine Selbstmordgedanken?
Habt ihr die?
Bei mir liegt es wohl daran, dass sich zu meiner hübschen Sammlung an Problemen seit kurzem auch eine Depression dazugesellt hat. Und da wäre Selbstmord definitiv zu klischeehaft für meinen Geschmack.
Ich schätze außerdem die simple und schöne Verdrängungsstrategie der Cannabispfeife.
Und ich will etwas ändern.
Ich kann es gleich im Voraus ankündigen – wenn ihr meinen Blog verfolgt, werde ich euch manchmal stirnrunzelnd, angeekelt, peinlich berührt, verstört oder nachdenklich zurücklassen. Letzteres ist mein Ziel, sämtliche anderen Gefühle gibt es gratis dazu.
Möglicherweise auch unangebrachte Anglizismen.
You’re welcome.
Dieser Blog ist aktuell am Entstehen, weil ich mir sicher bin, dass ich im Zuge meiner bald nahenden Therapie ohnehin dazu gezwungen sein werde, Tagebuch zu führen und mir gefällt irgendwie die Vorstellung, meine Gedanken laut in die Welt hinauszuposaunen und wahllos auf Leute loszulassen.
Ein riesiges Problem meiner Psyche ist es nämlich auch, mich Menschen gegenüber zu öffnen.
Menschen, die mich kennen.
Menschen, die mich mögen.
Menschen, die wollen, dass es mir besser geht.
Ich schreibe lieber darüber und hoffe, dass all diese wundervollen Menschen meinen Blog niemals finden.
Manchmal zweifle ich an meiner eigenen Intelligenz.
Dieser Blog ist ein Versuch, mich selbst besser kennen zu lernen und meine umherschwirrenden Gedanken „laut“ auszusprechen, ohne dabei die drohende Gefahr einer fürsorglichen Seele fürchten zu müssen, die mich retten will.
Ich habe keineswegs vor, im Selbstmitleid zu versinken, ich möchte einfach nicht, dass andere Gemüter sich mit meiner komplizierten, verrückten Psyche belasten.
Ich möchte sie beschützen.
Vor mir.
Kennt ihr dieses Gefühl?
Da dies mein erster Blog ist, ich eine schreckliche Fotografin bin und außerdem generell wenig Lust habe, die offen gelegten, wunden, zerfetzten Bruchstücke meiner Seele mit bunten, ansprechenden Designs zu schmücken, wird das Ganze wahrscheinlich recht einfach gehalten.
Vielleicht mach ich mal ein Foto, wenn mich die Muse küsst.
Wie ihr seht, plagt mich auch ein Hang zur Theatralik.
Kann ich euch damit mal alleine lassen?
Stay strong,
Pillowfighterin
Advertisements

4 Gedanken zu “Habt ihr Selbstmordgedanken?

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s